Abflug nach 林 右 旗

Am 11. Juli 2014 ging es dann weiter. Das Orientierungscamp des Amity Summer English Program ist vorbei und wir machen uns auf den Weg gen Norden. Die letzten Tage haben wir im heißen, Smog geplagten Nanjing verbracht. Ich freue mich auf die Innere Mongolei:  25°C, blauer Himmel und stets eine leichte Brise um die Nase.

Abflug nach Balin Youqi

Mira-Kristin, Claudia und Brenda am Flughafen in Nanjing

Jeweils in dreier Gruppen verteilen sich alle internationalen Freiwilligen über das ganze Land. Wir sind drei Teilnehmende von AFS Interkulturelle Begegnungen aus Deutschland. Es gibt Gastschulen im Norden und Süden, im Westen und Osten:

  • Manzhouli 满 洲 里 ebenfalls in der Region Inneren Mongolei (an der Grenze zu Russland)
  • Suining  遂 宁 in der Region Sichuan
  • Xuyi 盱 眙 in der Region Jiangsu
  • Weifang 潍 坊 in der Region Shandong
  • Balin Youqi 林 右 旗 – das ist unser Ziel
  • Jingchuan 泾 川 in der Region Gansu
  • Yinchuan 银 川 in der Region Ningxia
  • Bengbu 蚌 埠 in der Region Anhui

Ein letztes Foto am Flughafen in Nanjing vor dem Abflug. Drei Flugstunden und zwei weitere Stunden Autofahrt liegen vor uns. Dann haben wir unsere Gastschule in Balin Youqi und fast eine neue Klimazone erreicht. China ist so unglaublich groß.

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Freunde finden in Nanjing

I came as a stranger, and left with many friends

Gruppenfoto der Teilnehmer des Amity Summer English Progam 2014

 

Es waren vier intensive Tage in Nanjing: Geprägt vom Jetlag und getrieben von der Hitze haben wir das Beste draus gemacht und viel gelächelt. Augen zu und durch!

Vom 7. – 10. Juli 2014 fand in Nanjing unser On Arrival Camp statt: Insgesamt nahmen 24 Teilnehmende aus vier Ländern (Canada, AFS Deutschland, Great Britain, USA) am Amity Summer English Progam 2014 teil. Ich gehörte zu den jüngeren Teilnehmenden. Wir waren eine bunte Truppe zwischen 9 und 99 – oder so ähnlich. Lawrence aus England ist 20 Jahre alt und studiert Medizin in Manchester. Jan aus den USA meinte nur ganz trocken „Sweety, I am your grandmother’s older friend.“ Diese einmalige Mischung an Internationalität und Lebenserfahrung zeichnet das Programm in meinen  Augen aus: Wir haben auf vielen Ebenen voneinander profitiert und unsere Stärken geschickt kombiniert. Und das funktioniert anscheinend so gut, dass einige Teilnehmende bereits zum 16ten Mal (!) beim Amity Summer English Program dabei sind.

Inhaltlich wurden wir in diesen vier Tagen auf die Lehrsituation in unseren Gastschulen vorbereitet:

  • Einführung in drei Amity Lehrbücher
  • Best Practice: Was berichten unsere Vorgänger?
  • Do-s und Don’t-s: Was hat sich bewährt? Was sollten wir besser nicht ausprobieren?
  • Einführung in das chinesische Bildungssystem

Die Vorbereitung was umfassend und gleichzeitig nicht zu viel. Auch die Quer- und Neueinsteiger (mit und ohne vorherige Lehrerfahrung) fühlten sich am Ende sattelfest.

Unser kurzes Gastspiel in Nanjing war insgesamt positiv geprägt von den 30 Jahren Erfahrung in der Programmdurchführung auf die Amity zurecht mit Stolz zurückblicken kann. Betreuung super + Unterkunft super + Seminar super = Teilnehmende glücklich. Manchmal kann die Rechnung so einfach sein.

P.S. Nebenbei hat sich eine Gruppe von Nachtschwärmern gefunden, die tapfer die Spiele der Deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM 2014 in Basilien geschaut hat – von drei bis fünf Uhr nachts! Immerhin: Wir wurden mit dem historischen 7:1 GER vs. BRA für unsere durchwachten Nächte entschädigt. Und am nächsten Morgen stand plötzlich eine „7up“-Dose auf meinem Frühstücksplatz. Danke, Jay!

Ich bin wieder da!

„I am looking for someone to share in an adventure that I am arranging, and it’s very difficult to find anyone.“

„I should think so — in these parts! We are plain quiet folk and have no use for adventures. Nasty disturbing uncomfortable things! Make you late for dinner!“

Bilbo Baggins

Ich bin wieder da. Nach 29 Tagen in China ist mein Flugzeug am 5. August wieder sicher in Frankfurt gelandet. Es gibt viel zu berichten aus einem Land voller Überraschungen und voll wunderbarer Menschen: Wir haben Halloween gefeiert und Melonenköpfe geschnitzt, mit mongolischen Ringern gekämpft und Walzer getanzt.

Für mich ist die Reise mit AFS nun zuende – auf meinem Blog geht sie erst richtig los. Am Tag nach meiner Anreise in Nanjing habe ich die Internetzensur mit einem kleinen Trick erfolgreich umgehen können, bin jedoch nach meinem Umzug an die Schule in der Inneren Mongolei an einer leistungsschwachen Internetleitung gescheitert. Das war eine besonders frustrierende Erfahrung, denn es stand alle Handybesitzern um mich herum sogar ein fächendeckendes G4-Netz zur Verfügung.

Daher berichte ich euch erst jetzt im Rückblick von den vielen wunderbaren zwischenmenschlichen Begegnungen der vergangenen Wochen, von den chinesischen und internationalen Teilnehmenden und von rauschenden Festessen unter dem edlen Antlitz Dschinghis Khans.

Internetsperre für meinen Blog – und (k)eine Lösung

Dass ich mit dem Feuer spiele, wusste ich von Anfang an. Dieses Spiel habe ich jetzt sowohl verloren als auch gewonnen.

Als ich mich beim Blog-Provider WordPress angemeldet habe, war mir bewusst, dass einige Blogs in China nicht zugänglich sind. Welche davon jedoch betroffen sind, konnte ich nicht herausfinden. Eine Kollegin hat heute Nacht kommentiert: „Es sind alle Seiten blockiert, die das Wort Blog enthalten.“

Blogs sind das Medium für selbst geschriebene Inhalte im Internet. Blogs sind schnell eingerichtet und leicht zu bedienen. Diese Benutzerfreundlichkeit hat u.a. dazu beigetragen, dass Blogs, Facebook, YouTube, Twitter & Co. zu den tragenden Kommunikationskanälen des Arabischen Frühlings geworden sind. Nicht nur Erdogan versucht immer wieder diese Plattformen offline zu stellen, um somit unliebsame Veröffentlichungen zu unterdrücken. Offensichtlich misstraut auch die chinesische Regierung unregulierten Veröffentlichungen.

Die meisten sozialen Medien kann ich von meinem aktuellen Internetzugang aus nicht öffnen – und auch WordPress bleibt eine blanke Seite mit laufender Sanduhr. Aber wie so oft: Das Leben findet seinen Weg. WordPress.com ist blockiert, Auslandsblog.de hingegen funktierniert ohne Einschränkungen. Bingo! Daher ziehe ich einfach mit meinem Blog von der alten Adresse wantanplan.wordpress.com zur neuen Adresse wantanplan.auslandsblog.de um und hinterlasse eine Umleitung. Ich verliere zwar den Provider meiner Wahl, gewinne jedoch eine Geschichte und Aufmerksamkeit. Ich bin erst vor 24 Stunden gelandet, aber schon voll in China angekommen.

Abflug

Alles, was sich zu lange hinschleppt, ehe es zu etwas nur irgend Sichtbarem wird, verliert an Interesse.

Wilhelm von Humboldt

Los geht's! Vier Wochen Leben sind auf 20kg Gepäck reduziert. Wie schaffen das nur Jahresprogrammteilnehmende?

Los geht’s! Vier Wochen Leben sind auf 20kg Gepäck reduziert. Wie schaffen das nur Jahresprogrammteilnehmende?

Die Koffer sind gepackt, der letzte Kaffee ist getrunken und beim Friseur war ich auch noch einmal. Heute geht es endlich los. Das Warten hat ein Ende. Um 15 Uhr werde ich mit dem ersten Flieger von Hamburg nach Frankfurt am Main düsen, um dort die anderen beiden deutschen AFS Teilnehmenden zu treffen. Zusammen mit Claudia und Harald geht es dann um 18:25 Uhr per Direktflug weiter nach Nanjing in Ostchina. Wir landen am Montagvormittag um 11 Uhr Ortszeit.

In Nanjing erwarten mich gefühlte 32°C und 85% Luftfeuchtigkeit. Was mich sonst noch erwartet, weiß ich nicht so genau. Wir werden am Flughafen abgeholt und dann lasse ich mich einfach überraschen. No risk, no fun!

In Hamburg sagt man Tschüss! Das nächste Mal melde ich mich schon aus dem Fernen Osten.

 

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