Ab in die Pampa

Gefunden: Anfang Juli reise ich in die Innere Mongolei nach Chifeng. Es geht – wörtlich genommen – ab in die Pampa. Wie aufregend!

Die Innere Mongolei bildet die nördliche Grenze der Volksrepublik China zur Mongolei. Über 2500 Kilometer hinweg erstreckt sich von West nach Ost die mongolische Steppe – das ist wo weit wie von Hamburg nach Athen. Vielleicht kann ich tatsächlich mit dem Steppenwind um die Wette reiten?

Die Fläche beträgt mehr als 1,2 Millionen Quadratkilometer und beheimatet ca. 25 Millionen Einwohner. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von durchschnittlich 20 Einwohnern/Quadratkilometer. Mit anderen Worten: es gibt viel Platz. In meinem Mietshaus in Hamburg wohnen auch 20 Personen – in neun Wohnungen, auf fünf Ebenen, in einem Haus.

Traurige Tropen im Land des Lächelns

Ich verabscheue Reisen und Forschungsreisende. Trotzdem stehe ich im Begriff über meine Expeditionen zu berichten. (…) Soll man etwa des langen und breiten die vielen kleinen Belanglosigkeiten und unbedeutenden Ereignisse erzählen? (…) Aber genau diese Sorte von Berichten genießt eine Beliebtheit, die mir so unerklärlich ist.

Mit diesen berühmten Worten eröffnet Claude Lévi-Strauss 1955 sein Buch „Traurige Tropen„. Das Buch ist literatischer Erfahrungsbericht und anthropologische Studie zugleich. Lévi-Strauss geht einer klassichen ethnologischen Fragestellung nach: Es geht um die Konfrontation mit dem Fremden und die dadurch ausgelöste Reflexion der eigen-kulturellen Prägung. Diese Auseinandersetzung findet in dem Spannungsfeld statt, ob sich im Versuch des Fremdverstehens nicht immer bloß das eigene widerspiegelt?

Im Juli 2014 reise ich zum ersten Mal nach China, für vier Wochen. In diesem Blog werde ich über meine Reise berichten.

Mein Ziel: Im Zeitalter der mobilen, fast schon ich Echtzeit stattfindenden Reiseberichterstattung möchte ich mich nicht in Belanglosigkeiten verlieren – obwohl ich weiß, dass das Medium Blog geradezu danach verlangt. Und gleichzeitig hoffe ich, dass sich in meinen Berichten mehr über das Objekt meiner Begierde – China – wiederfindet, als über mich.

Los geht’s!